Minna von Barnhelm

Odenkirchener Str. 78 41236 Mönchengladbach

Tickets ab 15,00 € Ermäßigung verfügbar

Veranstalter: Theater Krefeld und MG (TKM), Theaterplatz 3 , 47798 Krefeld, Deutschland

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Veranstaltungsinfos

Komödie in fünf Akten von Gotthold Ephraim Lessing {1729 – 1781}

„O, über die wilden, unbiegsamen Männer, die nur immer ihr stieres Auge auf das Gespenst der Ehre heften! Für alles andere Gefühl verhärten!“

Nach dem siebenjährigen Krieg hat der preußische Major von Tellheim
gegenüber dem Kriegsfeind Sachsen Mitleid und einigt sich mit ihm auf die
kleinstmögliche Summe von Reparationsforderungen – die er auch noch aus eigener Tasche vorstreckt. Als er unehrenhaft aus dem Militärdienst entlassen wird, verleumdet wegen seiner großen Milde und wegen Korruption angeklagt, versteckt sich Tellheim vor seiner Verlobten Minna von Barnhelm in einem heruntergekommenen Hotel in Berlin.
Doch die selbstbewusste und mutige junge Frau wendet sich gegen die Konvention und reist ihm nach. „Mit einem Lieben Sie mich noch?“ stellt sie ihn zur Rede. Durch seinen Statusverlust fühlt er sich ihrer nicht mehr würdig: Unmöglich ist es für ihn, „sein ganzes Glück einem Frauenzimmer zu verdanken.“
Als Mann von Charakter gilt für ihn jetzt nicht mehr die Liebe, sondern das
Prinzip. Aber Minna lässt sein übertriebenes Ehrgefühl nicht gelten und
beginnt ein geschicktes Wort- und Verwirrspiel: Sie gibt Tellheim vermeintlich ihren Verlobungsring zurück – doch es ist sein eigener, den er beim Wirt verpfänden musste – und deutet an, dass sie seinetwegen enterbt worden sei.
Nun beginnt Tellheim seinerseits um sie zu werben. Minna bleibt kalt und hält ihm den Spiegel vor: Sein Mitleid mache jetzt ihrerseits eine Heirat unmöglich – und spätestens hier werden die tragischen Züge der Komödie sichtbar.
Von Lessing durchaus beabsichtigt: „Das Possenspiel will nur zum Lachen bewegen, das weinerliche Lustspiel will rühren, die wahre Komödie will beydes.“

Lessings Minna von Barnhelm, ur-aufgeführt 1767 in Hamburg, ist eine
spielerisch-lustvolle Auseinandersetzung mit starren gesellschaftlichen Mustern, männlicher Vernunft und moralischer Eitelkeit, die mit zweierlei Maß misst: Tellheim kann nicht nehmen, ohne zu geben – und ist hoffnungslos überfordert von seiner emanzipierten Verlobten. Der Sprachwitz des Autors, der in der Redegewandtheit der aufgeklärten Braut
voll zur Geltung kommt, erhöht die Komik und die Ernsthaftigkeit des Stücks.
Zugleich ist es ein großartiges Plädoyer für menschliches Verhalten in kriegerischen Zeiten.

Ort der Veranstaltung

Theater Mönchengladbach
Odenkirchener Str. 78
41236 Mönchengladbach
Deutschland
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Bild des Veranstaltungsortes

1921 schlossen sich zwei traditionsreiche Theater zusammen und bildeten fortan das Stadttheater Krefeld-Mönchengladbach. Mittlerweile ist dieses eine feste Größe in der Kulturlandschaft der Metropolenregion Rhein-Ruhr und bietet mit Schauspiel, Musiktheater, Ballett sowie Konzerten der Niederrheinischen Sinfoniker, ein ausgewogenes Programm in den beiden nordrhein-westfälischen Großstädten.

Das Theater Mönchengladbach existiert bereits seit dem 11. Dezember 1862, hatte jedoch kein eigenes Ensemble und war somit auf Gastspiele angewiesen. Bereits zu dieser Zeit kam es immer wieder zu Kooperationen mit dem Theater Krefeld. Heute, nach der Fusion der zwei Häuser, gibt es insgesamt vier Spielstätten, von denen sich zwei in Mönchengladbach befinden: Zum einen die Hauptspielstätte „Theater Mönchengladbach“ mit drei Bühnen und Sälen, darunter der große Opernsaal, der Platz für insgesamt 778 Personen bietet und zum anderen die Ausweichspielstätte „Theater im Nordpark“, einer umgebauten Militärhalle mit Kapazitäten für 560 Zuschauer.

Hier ist Theater auf vielfältige Weise erfahrbar und auch für Kinder und Jugendliche wird der Theaterbesuch zu einem Erlebnis. So gibt es die Möglichkeit sich im „Jugendclub“ zu engagieren und erste Theatererfahrungen zu sammeln oder an theaterpädagogischen Projekten teilzunehmen.